Youtube Monetarisierung artikelbild
YouTube, Video-Marketing

YouTube: Monetarisierung wird noch stärker beschränkt [UPDATE]




Nach dem Werbeboykott großer Konzerne auf YouTube zieht Google jetzt die Notbremse: Die Monetarisierung soll jetzt noch stärkeren Beschränkungen unterliegen.

[UPDATE] Zum Juli-Update des Artikels bitte nach unten scrollen [UPDATE]

[UPDATE]

Kleinere Kanalbetreiber, die ihre Videos monetarisieren und weniger als 1000 Abonnenten haben, schauen finanziell demnächst in die Röhre:
YouTube gestattet eine Monetarisierung nur noch bei einer jährlichen Mindestabspieldauer von 4000 Stunden UND einer Abonenntenzahl von mindestens 1000.

As a result, your channel will lose access to all monetization tools and features associated with the YouTube Partner Program on February 20, 2018 unless you surpass this threshold in the next 30 days. Accordingly, this email serves as 30 days notice that your YouTube Partner Program terms are terminated.

Bleiben also noch 30 Tage  um Abonnenten zum Beispiel hier auf eBay zu kaufen: Link ;-)

Für kleine Kanäle ist das schon schwer hinzunehmen und dient eher als Anreiz, sich nach einer Alternative umzusehen. Ist Amazon schon fertig mit seinem Portal?

[Update Ende]

Halt, falsch. Die Maßnahme hat natürlich GAR NICHTS mit dem Werbeboykott großer Marken zu tun, deren Spots im Vorprogramm von Hinrichtungsvideos gelaufen sind. Nein, Google und YouTube möchten das Problem von mehrfach hochgeladenen Videos und ähnlichen Spamtaktiken in den Griff bekommen. Klar, oder? Don’t be evil, tralala.

Keine Werbung mehr bei Kanälen mit weniger als 10.000 Views

Wer also mit den Videos auf seinem Kanal nicht 10.000 Views erreicht hat, wird seine Videos in Kürze nicht mehr monetarisieren können. Und auch nach dem Überschreiten der 10.000er Grenze wird der Kanal erst manuell auf die Einhaltung der Richtlinien geprüft und dann für die Werbung freigegeben.
Klar, es ist natürlich deutlich leichter einen Kanal kurz zu prüfen und freizuschalten, als jedes hochgeladene Video zu sichten. Bei der Masse unmöglich.

YouTube-Kanäle mit weniger als 10.000 Views erhalten keine Werbeeinnahmen mehr
Kein Geld mehr für kleine YouTube-Kanäle

Ein ähnliche Hürde gab es schon mal bis 2012. Diese Beschränkung wurde vor fast genau fünf Jahren aufgehoben und jeder konnte seine Videos in Verbindung mit einem AdSense-Account ab dem ersten View mit Werbung bespeisen und ein paar Lupinen mitnehmen.

Der Schritt ist eigentlich nachvollziehbar. Alles unter 10.000 Views ist einnahmentechnisch ein Taschengeld. Ganz nett, aber eben eine kleine Belohnung für den Videoenthusiasten der ab und zu ein schönes Video reinstellt.
Dann gibt es so Kanäle wie Die Testsieger. Auch wenn dieser reine Spamkanal jemals die Schwelle der 10.000 Views erreichen sollte, besteht nun doch Hoffnung das dieser nach der manuellen Sichtung nicht monetarisiert wird.

Aber: Kleinvieh macht auch Mist und das weiß auch Google. Laut Heise Online gehen dann über 80% der YouTube-Kanäle leer aus, der Werbeetat verteilt sich dann auf die restlichen Prozent mit ausreichender Zuschauerzahl. Das Kleinvieh ist der Plattform also offensichtlich nicht viel Wert.

Verzichtet Google also auf einen Teil der Einnahmen um die wichtigen Werbekunden zu halten,  stellt als Grund aber die Verbesserung der Qualität hin?

YouTube-Marketing: Erfolgreich mit Online-Videos*

YouTube-Marketing: Erfolgreich mit Online-Videos
Preis: € 19,90 Prime

(Kundenbewertungen)

Jetzt auf Amazon kaufen*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Gewinnmaximierung bei Google

Google setzt alles daran, seine Dienste maximal zu monetarisieren. Sei es der Wegfall der exakten Keywords bei AdWords, die Steichung der Anzeigen auf der rechten Seite der Suchergebnisse, die Kastration der Bildersuche um die Nutzer in der Suchmaschine zu halten – und jetzt eben die Eindämmung der YouTube-Werbung für kleine Kanäle um die Gelder der Großen im System zu halten. Der Zeiger steht seit einigen Jahren auffällig in Richtung maximale Profitoptimierung.

Denn man darf nicht vergessen: Dinge wie selbstfahrende Autos bringen Google kein Geld ein. Brechen Google auf den eigenen Plattformen die Werbekunden weg, ist das kein gutes Zeichen und da muss sich der Konzern mit aller Gewalt gegen stemmen.
Das wäre jetzt eigentlich eine gute Gelegenheit für andere Plattformen sich in eine Lücke zu quetschen. Viel ist da aber nicht in Sicht.

[UPDATE Juli 2018]
Monetarisierung durch YouTube Premium

Seit einiger Zeit gibt es hierzulande YouTube Premium. Für einen Betrag von 11,99 € im Monat kann ich dann YouTube völlig werbefrei „genießen“.
In diesem Kontext macht die Kappung der kleinen Kanäle durchaus Sinn. Denn so sind es deutlich weniger Mäuler, mit denen die Einnahmen aus den Kanälen Werbung und Premium geteilt werden müssen.

Hat Google ein Problem? Seit der DSGVO brechen bei vielen die AdSense-Einnahmen ein (so auch bei Google), rebellierende Werbekunden auf YouTube, Retargeting wird schwieriger – was vor zwei Jahren wohl nicht so zu erwarten war: das Geschäftsmodell von Google steht, zumindest in Europa, durchaus auf wackligen Füßen.
Ob da YouTube Premium wirklich etwas retten kann ohne die Einnahmesituation der Kanalbetreiber zu verschlechtern? Sobald die Zuschauerströme gleich bleiben, aber die Einnahmen der YouTuber sinken, werden die ersten Jammerlappen schon weinen und auf ihre Existenzängste aufmerksam machen. Man darf gespannt sein :-)

YouTube Premium werde ich mir allerdings nicht mal drei Monate zum kostenlosen Testen anschauen. Das ist mir der Content einfach nicht wert. Mir laufen da zu viele pseudowitzige Teenies über den Weg, die keinen Nagel geradeaus in die Wand schlagen können. Von deren Inhalten mal ganz zu schweigen.

Merken



10 Kommentare zu “YouTube: Monetarisierung wird noch stärker beschränkt [UPDATE]

  1. So mich hat das nun auch erwischt, habe auch eine Mail bekommen, das in den nächsten Tagen Schluss ist mit meiner Partnerschaft! Also ich muss sagen, es trifft mich nicht extrem hart, da ich im Monat vielleicht 5 bis 10 Euro umgesetzt habe. Trotzdem versteh ich es nicht, warum Youtube nun auf einnahmen verzichtet auch wenn es nur Kleinstbeträge sind. Die Masse macht es doch bei mehreren Millionen Kleinstpartnerschaften oder nicht? Ich werde meinen Kanal wie geplant nun erst mal nicht löschen, ich werde abwarten und beobachten, vielleicht macht YT das ja wieder Rückgängig ……………

    • Mich trifft es da schon eher. Ich komme zwar auf 8000 Stunden im Jahr, aber das Thema ist eben nicht so, dass es im Monat hunderte Abonnenten anlockt.

      • Das ist nicht schön, was machst Du nun? Auch abwarten oder versuchst Du die Anforderungen noch schnell zu erfüllen ?

      • Tja, alle Videos löschen, nur kurze Teaser hochladen und die Benutzer wenn sie weiterschauen wollen, auf die eigene Seite verweisen :-)
        Bringt ja nix, dann sind ja alle Rankings der Videos im Eimer. Aber für zukünftige Sachen werde ich das wohl so mal angehen.

  2. Pingback: Keine Eingebung? 10 Tipps für frische Content-Ideen

  3. Pingback: Ab 20.Februar sind 80% der Youtube-Kanäle werbefrei? » Webwriting-Magazin - vom Publizieren und Kommunizieren im Internet

  4. Pingback: YouTube verschärft Strafen bei fragwürdigen Videoinhalten

  5. Angelika

    Ich finde diese Youtube-Maßnahme macht ganz deutlich, dass man niemals einen Youtube-Kanal als Geld-Einnahmequelle für seinen Lebensunterhalt nutzen sollte! Man wird zum Spielball von Google. Ich habe nur 20 Filme auf meinem Kanal und weiß wieviel Arbeit und Lebenszeit das gekostet hat. Die paar Euro Einnahmen waren eine kleine Aufwandsentschädigung für Nebenkosten. Aber man kann von Google nur lernen! Ich bin seitdem sehr gebremst bei Video-Neuproduktionen und stecke meine Aktivitäten lieber in Projekte die für mich nützlich sind.

  6. „Trotzdem versteh ich es nicht, warum Youtube nun auf einnahmen verzichtet auch wenn es nur Kleinstbeträge sind.“

    youtube verzichtet mitnichten auf Einnahmen, sondern monetarisiert auch kleine Kanäle weiter, jedoch ohnen die Kanalbetreiber daran zu beteiligen.

  7. Pingback: Geld verdienen mit Streaming - so funktioniert Twitch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise.