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So wirst du durch bloggen reich. Nicht.

Alle wollen es. Oder zumindest viele, denn es ist ja so einfach mit einem Blog so richtig kackenreich zu werden. An jeder Ecke gibt es dazu irgendwelche Tipps und Tricks und Schritte und Methoden und Ratschläge und…
Dabei ist es in Wahrheit gar nicht so einfach, Arten der Monetarisierung zu finden die weder zu sehr nerven oder einem Werbeblocker zum Opfer fallen.

Was Sascha Pallenberg bereits im Sommer 2013 berichtete, ist dieser Tage wieder durch einen Artikel in der FAZ aufgeschwappt. Google, Amazon und nun auch anscheinend auch Microsoft kaufen sich beim Hersteller des Browser-Plugins AdBlock Plus frei, damit deren Werbeanzeigen von dem erbarmungslosen Werbefilter verschont bleiben.
Welche Machenschaften (möglicherweise) dahinter stecken, kann über obigem Link bei Mobilegeeks nachgelesen werden.

Werbung von Amazon, Google und Microsoft (Bing) wird also weiterhin angezeigt, da diese als „wenig aufdringlich“ auf der Whitelist von AdBlock Plus stehen. So weit so gut.
Oder auch nicht. Denn, wie erwähnt, sind die drei großen anscheinend nicht aus freien Stücken auf dieser Whitelist gelandet, sondern indem sie eine ordentliche Geldsumme an das Unternehmen überwiesen haben. Die Rede ist von 30% des vermutlichen Werbedugets.

Artikelbild AdBlock Plus
Sind Google und Amazon käuflich?

Ist die Monetarisierung gerettet?

Während das Werbenetzwerk von Bing hierzulande nicht verfügbar ist (wieso eigentlich nicht?), haben sich Google und Amazon also die Sichtbarkeit Ihrer Ads erkauft. Bestätigt wurde das von beiden Unternehmen allerdings bisher nicht, lediglich Microsoft ließ folgenden Satz verlauten:

Wir sind verpflichtet, mit Partnern zusammen zu arbeiten, die unsere Vision von relevanter, eindrucksvoller Markeninteraktion teilen, und die Integrität der Kundenentscheidung respektieren.

Äh, sorry. Aber die Kundenentscheidung war wohl eher, keine Werbeanzeigen aufgedrückt zu bekommen. Oder warum installiert man sich sonst ein Werbeanzeigenblockierprogramm (<–ComputerBild-Sprech)??
Kommen sich die drei Unternehmen eigentlich nicht erpresst vor?

Aber was hat das jetzt mit der Monetarisierung eines Blogs zu tun? Ziemlich viel.

Der Nutzer ist genervt von der Werbung

Wer im Web surft, dürfte so ziemlich jeder Form von Werbung mal begegnet sein. Pop-Up-Fenster die sich hinter dem Browser öffnen. Pop-Up-Fenster die sich vor dem Browser öffnen. Videos die beim Überfahren der Maus aufpoppen und möglichst mit vollem Sound schrill loslegen. Harmlos aussehende Textlinks die irgendwelche, na klar, Pop-Ups mit angeblich relevanten Anzeigen einblenden. Webseiten, deren Werbung sich komplett über das Browserfenster legt und das X zum Schließen mit weißem Text in 8-Pixel-Schrift auf einem Hintergrund mit der Farbe #f4f4f4 versteckt ist.

Wer ein buntes Pottpourri aller aufgezählten Werbemittel erleben möchte, besuche einfach mal www.formel1.de. Da kommt man wirklich in Versuchung einen Werbeblocker zu installieren, oder?

Werbung sollte also vor allem eins sein: Unaufdringlich.
Kommt der Werbeblock im Fernsehen, habe ich immer noch die Möglichkeit umzuschalten. Printwerbung kann ich überblättern. Selbst für dezente Onlinewerbung kann man Scheuklappen entwickeln. Aber mit den oben aufgezählten Werbemitteln sollte doch im Jahr 2015 eigentlich Schluss sein, oder?

Schon wieder Mobilegeeks

Sorry das jetzt schon wieder Mobilegeeks und Sascha Pallenberg ins Spiel kommen. Bis Ende letzten Jahres war Mobilegeeks mehr oder weniger ein Blog mit aktuellen News aus der Technikwelt. Letztendlich wurden dort also auch nur die Sachen runtergebetet, die tausende andere auch tagtäglich bringen.
Das hat dem Betreiber mächtig gestunken und er kündigte eine völlig andere Herangehensweise an. Die Umstellung erfolgte Anfang Januar und seitdem befindet sich eigentlich keine sofort erkennbare Werbung mehr auf dem Blog. Dafür ist die Qualität der Inhalte und die Anzahl der (freien?) Mitarbeiter enorm gestiegen. Werbung gibt es nur noch als Artikel, die dann aber auch als solche gekennzeichnet sind. Bisher ist mir da nur einer von Asus begegnet.
Bannerwerbung und die klassischen AdSense-Anzeigen fehlen völlig. Völlig unklar ist mir bisher aber ob dieses Modell wirklich die Seite finanzieren kann. Oder geschieht das durch die englische Variante (mobilegeeks.com)? Denn diese erscheint noch im alten Layout, mit Bannerwerbung usw.

Machen wir uns nichts vor. Viele Blogs sind ein Hobby und gar nicht mit der Absicht entstanden großartig Geld abzuwerfen. Aber jeder kennt das, nach einer gewissen Zeit erliegt man dann doch der Versuchung das Amazon-Programm oder AdSense einzubinden. Dabei hört man immer die Aussage: „Es reicht gerade um die laufenden Kosten zu decken“. Dann müssten ja theoretisch 4-5 Euro im Monat reichen.

Kann man Monetarisierung planen?

Die Refinanzierung eines Blogs oder einer Webseite im Allgemeinen kann natürlich gleich zu Beginn des Projektes starten. Sinnvoller ist es aber, beim Start gar keinen Gedanken daran zu verschwenden und bei der Sache zu bleiben. Steigen die Besucherzahlen und die Themenrichtung des Blogs stabilisiert sich, ergeben sich oftmals völlig unverhofft Möglichkeiten der Monetarisierung. Anja Trautmann von der Cayman Island Online-Marketing-Agentur möchte zum Beispiel gerne einen Gastartikel im Blog unterbringen. Das ist toll und die zahlen auch nicht schlecht, nur leider gehen den meisten neben Glücksspiel und diversen Ferkeleien doch schnell die Themen aus.
Die Versuchung ist groß und da muss man wiederstehen. Es gibt aber auch seriöse Anfragen, von Leuten mit denen man den Artikel auch im Vorfeld absprechen kann und die kein Problem damit haben, dass dieser als Werbung gekennzeichnet wird.

Gastbeitrag kritzelblog
Sorry Melanie, aber…

Planbar wird die Monetarisierung eigentlich durch Amazon, AdSense und Affiliatenetzwerke wie Zanox. Damit lassen sich zwar Unmsätze erwirtschaften, die steigen und fallen allerdings mit der Menge der Besucher – und mit dem Thema des Blogs. Hier ist eher die Masse dafür verantwortlich, dass ab und zu ein Klick oder ein Kauf abfällt.

Wer es übertreibt und die Besucher mit Werbung überschüttet (am Besten gleich noch die der aufdringlichsten Art) wird aber keine lange Freude daran haben.
Denn wenn die Besucher in Windeseile der eben aufgerufenen Seite den Rücken kehren und zurück zu den Suchergebnissen springen, bekommt das auch Google mit (Return-to-SERP). Denn Google ist in der Lage zu erfassen, ob der Besucher auf einer Seite verweilt und eine Antwort auf seine Suchanfrage findet oder eben nicht. Und diese Messung wirkt sich dauerhaft auch auf das Ranking der eigenen Webseite in den Suchergebnissen aus.

Damit sind wir eigentlich wieder beim Anfang des Artikels. Würden die Werbenetzwerke von Google und Co. nicht bei AdBlock „freigekauft“, wären die Möglichkeiten zur einfachen Monetarisierung für kleine Blogs noch viel geringer.

 

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