Artikelbild Akaso EK7000 Test
Videopraxis

Angecheckt: Akaso Actioncam mit 4K-Video und viel Zubehör




Nach etwas über zwei Jahren gab die alte Cam den Geist auf. Mein Hauptaugenmerk liegt auf Zeitrafferaufnahmen, da muss es kein allzu teures Modell sein. Die EK7000 von Akaso ist mit 59,00 € erschreckend günstig – aber taugt sie auch bei Videoaufnahmen was?

Gut verpackt kommt die Kamera geliefert und macht optisch auch schon mal einen guten Eindruck. Oben prangt die Kamera in ihrem Gehäuse, im Teil darunter steckt das Zubehör – und das fällt ganz schön üppig aus.
Beim Auspacken (siehe Testvideo) purzeln gefühlt hunderte kleine Tütchen gefüllt mit Zubehör aus dem Karton. Wer noch nie eine Actioncam im Einsatz hatte, wird sich fragen, wofür die ganzen Teile wohl Verwendung finden sollen – im Laufe der Zeit wird sich aber schon ein passender Einaatzzweck finden. Doch später mehr zum Zubehör.

Akaso Actioncam Bedienelemente

Alle Videoauflösungen sind möglich

Das 4K prangt werbewirksam auf der Verpackung und die Kamera kann es auch. Der Haken liegt bei der Framerate, denn die liegt bei 4K bei maximal 25 Bildern pro Sekunde. Das führt bei rasanten Sportaufnahmen (es ist nun mal eine Actioncam) leider zu keinem flüssigen Bild. Also: wer ernsthaft gute Sportaufnahmen in 4K will, muss mehr Euros in die Hand nehmen. Für langsame Schwenks oder Videos in 4K mit wenig Bewegung, geht das grundsätzlich aber in Ordnung. Die Schärfe des Bildes ist in meinen Augen aber nicht so gelungen.

Das Video zum Test

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https://www.youtube.com/watch?v=T7gm99aUoio

Ein kurzes 4K-Video zum Einblick:

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https://www.youtube.com/watch?v=mF2SaAU0QZw

Natürlich lässt sich auch mit geringer Auflösung filmen. Mit Full-HD bei 60 Bildern entsteht ein deutlich weicheres (und schärferes) Bild, die Kamera leistet hier einen guten Dienst. Weiter geht es mit 1080p mit 30 Bildern und die beiden kleinen Auflösungen 1280×720 mit 60 und sogar 120 Bildern pro Sekunde. Damit lassen sich auch Zeitlupenaufnahmen realisieren, ohne das es im Video zu unschönen Rucklern kommt.

Da im Testvideo, bedingt durch die Hauptkamera, mit 30 Bildern gearbeitet wird, hier ein Testvideo in Full-HD mit 60 Bildern:

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https://www.youtube.com/watch?v=xVuvjm-3OlI

Die Zeitrafferfunktion

Etwas verwöhnt von der alten Kamera, war ich der Meinung auch diese würde automatisch aus den erstellten Bildern ein fertiges Videofile auf der Speicherkarte präsentieren. Leider ist dem nicht so, es landet jedes Bild auch als einzelne Datei im Fotoordner.
Das erhöht den Nachbearbeitungsaufwand immens, da so alle Bilder erst im Schnittprogramm in ein Video umgewandelt werden müssen.
Trotzdem (oder gerade deswegen) sind die daraus entstehenden Filme auch einen Tacken schärfer als die aus der alten Kamera.

Akaso Actioncam USB-Anschlüsse

Bedacht werden sollte dabei, Datum und Uhrzeit der Kamera einzustellen. Geht die Zeitrafferaufnahme über eine Akkuladung heraus, kommen die Bilder durcheinander. Das ist erkennbar am Beginn des Videos, hier sind durch eine falsche Nummerierung einige spätere Bilder in den vorderen Bereich geraten.

Die Bedienung der Akaso EK7000

Die Actioncam EK7000 ist auf der Rückseite mit einem 2-Zoll-Display ausgestattet. Das verfügt über keine Touchfunktion, was angesichts der Aufbewahrung im Gehäuse aber auch sinnfrei wäre. An der Vorderseite befindet sich der Powerknopf, der bei angeschalteter Kamera auch als Wähltaste dient. Oben ist der Auslöser, an der linken Seite befinden sich zwei Pfeiltasten für auf und ab.

Bedienmenü der EK7000

Die Kamera startet fix und mit der Wähltaste vorne lässt sich durch die verschiedenen Modi schalten: Videoaufnahme, Serienbild und Zeitrafferaufnahme. Ein vierter Knopf zeigt einen Werkzeugschlüssel. Dieser führt zum Einstellungsmenü der Kamera, in dem die Aufnahmemodi auch konfiguriert werden.

Vielseitige Einstellungsmöglichkeiten

Alle drei Aufnahmemodi lassen sich über das Einstellungsmenü konfigurieren. Wird die Videoaufnahme gewählt,  filmt die Kamera mit der aktuellen Einstellung aus dem Einstellungsmenü. Eine direkte Auswahl im Hauptbildschirm ist nicht möglich.

Für die Zeitrafferaufnahmen lässt sich der Zeitabstand festlegen, mit dem die einzelnen Bilder geschossen werden sollen. Das reicht von 2 Sekunden bis 60 Sekunden. Die Größe der Bilder muss wieder in einem anderen Menü konfiguriert werden. Die verschiedenen Einstellungen beeinflussen sich also gegenseitig und sind nicht weiter kompliziert.

Läuft die Aufnahme, wird diese durch eine eine blinkende LED auf der Oberseite signalisiert. Ist die Kamera einfach nur an, leuchtet diese durchgehend.
Zum Stromsparen lässst sich das

Üppig ausgestattet: Das Zubehör

An mitgeliefertem Zubehör darf man sich als Käufer bei dieser Kamera wirklich nicht beklagen. Zwei Akkus sind im Lieferumfang enhtalten. Beide hielten bei einer Zeitrafferaufnahme jeweils ca. 90 Minuten durch, bei Full-HD mit 60 Bildern waren es immerhin ca. 60 Minuten. Macht eine Filmdauer von 2 Stunden. Das geht doch in Ordnung.

Befestigungsmaterial

Eine Actioncam muss natürlich irgendwo befestigt werden. Ob Helm, Lenker, Kühlergrill oder sonstwo. Bei der Akaso Actioncam ist soviel Zubehör dabei, das vieles erstmal gar nicht seinem Zweck zugeordnet werden kann. Das Handuch führt zwar eine kleine Übersichtliste der Zubehörteile, wirklich Tipps dazu gibt es aber nicht.. Da muss also selber ein wenig experimentiert werden, welches Teil wohl zu welchem passen könnte und welchem Zweck dann hinterher beide dienlich sein werden.
Ein wenig vermisst habe ich aber einen Gehäusedeckel mit Luftlöchern. Je nach Witterung bildet sich dann mitunter doch ein wenig Beschlag im Gehäuse. Dagegen helfen würden so kleine Schwämme, die die entstehende Feuchtigkeit aufsaugen – allerdings ist da auch kein Platz mehr neben der Kamera im Gehäuse. Das war bei der vorigen Kamera etwas besser gelöst.

Stattdessen befindet sich eine Aufnahmeschale im Zubehörumfang, die oben und unten über ein Stativgewinde verfügt. Die Kamera wird hier einfach eingeklemmt. Das ist Ok, für actionreiche Downhillfahrten allerdings nicht geeignet, da die Kamera sich hier bei harten Stößen garantiert irgendwann aus der Halterung verabschieden wird.

Für eine bessere Befestigung sorgen dann die Klebepads. Diese eignen sich zum Beispiel als Befestigung für den Fahrradhelm, der vor dem Aufkleben natürlich möglichst sauber sein sollte. Verschieden lange und breite Klettbänder, ein kleines Drahtseil mit Schlaufen und viele weitere Teile ermöglichen ein Befestigen der Kamera.

Akaso Actioncam und Canon EOS M3
Größenvergleich mit der Canon EOS M3

Die Verarbeitung

Für 60,00 Euro erwartet wohl niemand ein Gehäuse aus gebürstetem Aluminium. Auch wenn es so aussieht, die Kamera besteht komplett aus Kunststoff. Sollte die Kamera ohne Gehäuse einmal stürzen, hätte ich nicht viel Hoffnung ohne größere Schäden am Gehäuse auskommen zu können. Darüber muss man sich aber auch schon vorher im Klaren sein.
Die Qualität geht auch beim Zubehör weiter. Das Gehäuse wirkt zwar robust, aber der Schießmechanismus für die Klappe fühlt sich irgendwie fipsig und nicht besonder lange haltbar an.

Dafür passen alle Teile ineinander, auch wenn die Schrauben zum Befestigen der Zubehörteile untereinander eine gemeinsame Länge hätten haben können. Der Unterschied beträgt weniger als 5 mm – eventuell habe ich auch den Sinn dahinter nicht ganz verstanden.

Die Bedienelemente an der Kamera sind gut. Ein Kopfdruck ist auch als solcher spürbar, die Federmechanik die am Gehäuse für den Knopdfruck sorgt, hätte vielleicht ein wenig leichtgängiger sein dürfen. Funktioniert aber tadellos.

Fazit

Die Akaso EK7000 bietet für den Preis eine gute Leistung. Die 1080p-Videos mit 60 Bildern liefern scharfe und flüssige Aufnahmen, auch wenn das Licht mal nicht ganz optimal ist. Der 4K-Modi ist für Actionaufnahmen nur bedingt geeignet, 25 Bilder pro Sekunde sind da einfach zu wenig.
Cool gewesen wäre, wenn die Cam bei den Zeitraffern gleich ein fertiges Video auf der Speicherkarte liegen gehabt hätte, naja.
Das Zubehör ist üppig, die zwei Akkus sollten nochmal lobend erwähnt werden. Die Teile sollte aber mit Vorsicht behandelt werden. Allzu große Aufschläge wird die Kamera und das Gehäuse wohl nicht ohne Schäden überleben.



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